Anbieter-Report
easybill im Test: Rechnungssoftware für E-Commerce und E-Rechnung
easybill ist ein spezialisiertes Rechnungsprogramm aus Deutschland, das bei der E-Rechnung und vor allem bei E-Commerce-Anbindungen glänzt – dafür aber bewusst keine vollständige Buchhaltung bietet. Für Online-Händler und alle, die vor allem schnell rechtssichere Rechnungen schreiben wollen, ist es eine der stärksten Optionen am Markt.
Anbieter
easybill GmbH, Willich
Preis ab
Kostenlos / ab 9 € im Jahresabo (zzgl. MwSt.)
Testmöglichkeit
Dauerhaft kostenloser Tarif + 7 Tage Premium-Test
Vertragslaufzeit
Monatlich oder jährlich, monatlich kündbar
E-Rechnung
XRechnung & ZUGFeRD – Versand & Empfang in allen Tarifen
Besonderheit
50+ Shop- & Marktplatz-Integrationen
Kurzzusammenfassung
easybill ist eine cloudbasierte Rechnungssoftware der easybill GmbH mit Sitz in Willich (Nordrhein-Westfalen), gegründet 2007 und nach Anbieterangaben von über 80.000 Unternehmen eingesetzt. Der Fokus liegt klar auf dem Erstellen und Versenden von Rechnungen, Angeboten, Lieferscheinen und Mahnungen – inklusive automatischem Import von Bestellungen aus Online-Shops. easybill ist dabei bewusst kein vollständiges Buchhaltungstool, sondern ein spezialisiertes Rechnungsprogramm.
Die Software läuft rein im Browser auf deutschen Servern, ist DSGVO-konform und bietet eine GoBD-konforme, revisionssichere Archivierung. Eine native Mobile-App gibt es nicht, die Weboberfläche ist aber responsiv. Auf Trustpilot erreicht easybill rund 4 von 5 Sternen (etwa 196 Bewertungen, Stand Juni 2026): Gelobt werden vor allem das persönliche Onboarding und die E-Commerce-Anbindung, kritisiert werden wiederkehrend Preisanpassungen und zusätzliche Archivierungskosten.
Für wen ist easybill geeignet – und für wen nicht?
✓ Geeignet für
- Online-Händler mit mehreren Verkaufskanälen (Amazon, eBay, Shopify & Co.)
- Selbstständige und KMU, die vor allem viele Rechnungen schreiben
- alle, die eine starke E-Rechnung mit Versand und Empfang brauchen
- Gründer, die mit einem dauerhaft kostenlosen Tarif starten wollen
✗ Weniger geeignet für
- alle, die eine vollständige Buchhaltung mit EÜR und UStVA aus einem Tool wollen
- Nutzer, die eine native Smartphone-App erwarten
- Selbstständige, die Wert auf eine besonders moderne Oberfläche legen
Funktionsumfang im Detail
9,4
9,0
9,6
8,4
4,0
6,4
Die Gesamtnote von 4,0 spiegelt dieses Profil: In seiner Kerndisziplin – schnelle, rechtssichere Rechnungen und E-Commerce-Anbindung – gehört easybill zur Spitze. Die niedrigere Bewertung beim Buchhaltungsumfang ist kein Mangel im engeren Sinne, sondern Ausdruck der bewussten Spezialisierung: easybill will Rechnungstool sein, nicht Buchhaltungssoftware.
E-Rechnung: stark und in allen Tarifen
Beim Thema E-Rechnung ist easybill ungewöhnlich gut aufgestellt. Sowohl der Versand als auch der Empfang von XRechnung und ZUGFeRD sind in sämtlichen Tarifen enthalten – inklusive des kostenlosen Free-Tarifs. easybill unterstützt dabei ZUGFeRD 2.4 Extended, bei dem sogar Skonto-Angaben strukturiert und maschinenlesbar übergeben werden. Über standardisierte Datenfelder (BT-Felder) erfüllen die Rechnungen die Norm EN 16931, und dank automatischer Dokumentenversionierung bleibt alles GoBD-konform nachvollziehbar. Die seit 2025 geltende Empfangspflicht für B2B-Rechnungen erfüllst du damit schon kostenlos.
Besonders stark im Gratis-Tarif: Anders als bei vielen Wettbewerbern sind bei easybill bereits im kostenlosen Free-Tarif E-Rechnung (Versand & Empfang), DATEV-Export, der Steuerberaterzugang und die GoBD-Archivierung über die gesetzlichen acht Jahre enthalten. Begrenzt sind hier vor allem das Dokumentenvolumen (50 pro Monat) und die Zahl der Kontakte (3).
Wo der Empfang endet: Eingehende E-Rechnungen liest easybill ein, extrahiert die strukturierten Daten und archiviert sie revisionssicher. Weil easybill bewusst keine eigene Buchhaltung mitbringt, endet der Workflow dort – eine automatische Verbuchung oder Kontenzuordnung findet nicht statt. Für die Buchhaltung übergibst du die Daten per DATEV-Export oder CSV an deinen Steuerberater oder eine separate Software. Für die reine Erfüllung der Empfangspflicht reicht das aus, für einen durchgängigen Buchhaltungsprozess nicht.
E-Commerce als Alleinstellungsmerkmal
Die größte Stärke von easybill sind die Integrationen: Über 50 Onlineshops und Marktplätze – darunter Amazon, eBay, Shopify, WooCommerce, Otto, Kaufland und TikTok Shop – lassen sich anbinden, Bestelldaten werden automatisch in Rechnungen überführt. Insgesamt nennt easybill über 1.000 Schnittstellen. Die eigentlichen E-Commerce-Funktionen (Shop-Anbindung, Versandetiketten, Amazon-Steuerberichte, Dropshipping) sowie wiederkehrende Rechnungen und die REST-API stehen allerdings erst ab dem Tarif Professional bereit. Für Online-Händler wird easybill damit zu einer echten Automatisierungs-Drehscheibe.
Preismodell transparent erklärt
easybill bietet vier Tarife, die aufeinander aufbauen. Die Preise verstehen sich netto zzgl. MwSt. (Jahres- / Monatsabo), Stand Juli 2026. Alle Tarife sind monatlich kündbar; E-Rechnung, DATEV-Export und Steuerberaterzugang sind schon im Free-Tarif enthalten.
| Tarif | Preis (jährl. / monatl.) | Wichtigste Inhalte |
|---|---|---|
| Free | 0 € | 50 Dokumente/Monat, 3 Kontakte, E-Rechnung (Versand & Empfang), DATEV-Export, Steuerberaterzugang, GoBD-Archiv |
| Starter | 9 € / 12 € | 250 Dokumente, 20 Kontakte, eigenes Briefpapier, Belegerfassung, Onboarding |
| Professional Beliebteste | 25 € / 39 € | 500 Dokumente, unbegrenzt Kontakte, wiederkehrende Dokumente, REST-API, 50+ Shop-Anbindungen |
| Premium | 37 € / 45 € | alles aus Professional + automatisches Mahnwesen + Projektverwaltung & Zeiterfassung + Mitarbeiterverwaltung |
Wichtig: Für die zeitlich unbegrenzte, GoBD-konforme Archivierung fallen je nach Gesamtzahl der Dokumente zusätzliche monatliche Kosten an (gestaffelt, z. B. ab rund 2–3 € im Free-Tarif). Dokumente über dem Kontingent kosten per Flex-Option 0,29 € pro Stück. Preise und Tarifinhalte können sich ändern – maßgeblich ist die offizielle easybill-Preisseite.
Stärken und Schwächen
Stärken
- sehr starke, schnelle Rechnungsstellung (Angebot bis Mahnung)
- E-Rechnung (XRechnung/ZUGFeRD) für Versand & Empfang in allen Tarifen
- beide Pflichten schon im Gratis-Tarif erfüllbar
- beste E-Commerce-Integrationen: 50+ Shops und Marktplätze
- DATEV-Export und Steuerberaterzugang schon im Free-Tarif
- dauerhaft kostenloser Tarif, deutsche Server, GoBD-konform
Schwächen
- keine vollständige Buchhaltung (kein EÜR, keine UStVA, keine Bilanz)
- Free-Tarif auf 3 Kontakte begrenzt – für die meisten zu wenig
- keine native Mobile-App
- Oberfläche wirkt stellenweise veraltet
- zusätzliche GoBD-Archivierungskosten je nach Dokumentenzahl
- wiederkehrende Nutzerkritik an Preisanpassungen und Support-Erreichbarkeit
USP: E-Commerce-Anbindung
Kein anderes reines Rechnungstool im deutschen Markt bindet so viele Onlineshops und Marktplätze an wie easybill. Wer über Amazon, eBay, Shopify oder Kaufland verkauft, lässt Bestelldaten automatisch in rechtssichere Rechnungen überführen – das spart bei hohen Bestellzahlen enorm Zeit und vermeidet Fehler. Für Online-Händler ist das der entscheidende Vorteil gegenüber klassischen Buchhaltungstools.
easybill kostenlos testen
Dauerhaft kostenloser Free-Tarif – ohne Zahlungsverpflichtung.
Vergleich mit direkten Alternativen
| Funktion | easybill | Lexware Office | FastBill |
|---|---|---|---|
| E-Rechnung erstellen (XRechnung & ZUGFeRD) | ab M (12,90 €) | alle Tarife | |
| E-Rechnung empfangen | schon im Free-Tarif | ab S (7,90 €) | alle Tarife |
| E-Commerce-Integrationen | 150+ allgemein | wenige | |
| Vollständige Buchhaltung | nicht enthalten | vorhanden | eingeschränkt |
| DATEV / Steuerberater | ab Free | Export ab Solo | |
| Kostenloser Tarif | 50 Dokumente/Monat | nur Testphase | nur 14 Tage Test |
| Preis ab (Monat, zzgl. MwSt.) | kostenlos | 7,90 € | 9 € |
Im direkten Vergleich ist easybill die stärkste Wahl für Online-Händler, die viele Verkaufskanäle anbinden und vor allem schnell Rechnungen schreiben wollen. Lexware Office ist überlegen, sobald eine vollständige Buchhaltung oder die DATEV-Anbindung zum Steuerberater im Vordergrund steht. FastBill ist der direkte Konkurrent für Selbstständige mit Fokus auf Belegerfassung und Zeiterfassung.
Bereit für 2027? Welcher Tarif welche Pflicht erfüllt
Die E-Rechnungspflicht besteht aus zwei getrennten Pflichten – Empfangen seit 2025, Ausstellen ab 2027 beziehungsweise 2028. easybill gehört zu den wenigen Anbietern, bei denen beide schon im kostenlosen Tarif abgedeckt sind. Die Frage ist deshalb nicht, welchen Tarif die Pflicht verlangt, sondern ab wann dein Volumen den Gratis-Tarif sprengt.
| Deine Situation | Was du brauchst | Tarif |
|---|---|---|
| Du musst E-Rechnungen nur empfangen (Pflicht für alle seit 2025) | XRechnung und ZUGFeRD annehmen und acht Jahre archivieren | Free – 0 € |
| Du bist Kleinunternehmer und bleibst vom Ausstellen befreit | dauerhaft nur Empfang | Free – 0 € |
| Dein Vorjahresumsatz liegt unter 800.000 €: Ausstellen ab 2028 | bis 50 Dokumente im Monat und 3 Kontakte | Free – 0 € |
| Du hast mehr als drei Kunden oder mehr Volumen | 250 Dokumente, 20 Kontakte | Starter – 9 € |
| Dein Vorjahresumsatz liegt über 800.000 €: Ausstellen schon ab 2027 | unbegrenzt Kontakte, Automatisierung, Schnittstellen | Professional – 25 € |
Das Besondere: Rein auf die E-Rechnungspflicht bezogen kostet easybill nichts – Versand und Empfang sind beide im Free-Tarif enthalten, inklusive der gesetzlich geforderten Archivierung über acht Jahre. Das schafft im Testfeld nur noch Accountable. Zum Vergleich: Bei FastBill kosten beide Richtungen zusammen 9 €, bei Papierkram 9,90 €, bei Lexware Office 12,90 € und bei sevdesk 25,90 €.
Die eigentliche Grenze ist nicht die Pflicht, sondern der Kundenstamm: Der Free-Tarif erlaubt nur drei aktive Kontakte. Für Gründer mit wenigen Stammkunden reicht das, für die meisten Selbstständigen nicht – und dann sind 9 € im Monat fällig (bei jährlicher Zahlung; monatlich 12 €), bevor das Dokumentenlimit von 50 überhaupt zum Thema wird. Rechne also lieber mit dem Starter-Tarif, wenn du mehr als eine Handvoll Kunden hast.
Damit du nicht zu viel kaufst: Rechtlich genügt für den Empfang von E-Rechnungen ein E-Mail-Postfach, und zum Lesen einer XRechnung reicht ein kostenloser Viewer – die Finanzverwaltung stellt selbst einen unter e-rechnung.elster.de bereit. Eine Software ist an dieser Stelle Komfort, nicht Pflicht. Beim Ausstellen ab 2027 beziehungsweise 2028 brauchst du dagegen ein Programm, das ein zulässiges Format nach EN 16931 erzeugt.
Welche Stufe für dich gilt, hängt allein am Gesamtumsatz des Vorjahres. Wie diese Grenze berechnet wird – netto, einschließlich der Privatkundenumsätze, aber ohne Erlöse aus dem Verkauf von Anlagevermögen – erklären wir unter E-Rechnungspflicht ab 800.000 Euro. Wer 2028 dran ist, findet den Ablauf Schritt für Schritt im Umstellungsfahrplan 2028.
Fazit und Empfehlung
Spezialist statt Alleskönner – und genau das ist die Stärke
für Online-Händler und Vielschreiber
easybill ist eines der stärksten reinen Rechnungstools auf dem deutschen Markt. Wer als Online-Händler viele Verkaufskanäle anbinden oder einfach schnell und rechtssicher Rechnungen samt E-Rechnung schreiben will, bekommt hier ein ausgereiftes, gut integriertes Werkzeug – und das schon mit einem ungewöhnlich großzügigen Gratis-Tarif.
Für die E-Rechnungspflicht ist easybill eine der günstigsten Antworten überhaupt: Versand und Empfang sind kostenlos enthalten, die Acht-Jahres-Archivierung ebenfalls. Praktisch begrenzt wird der Gratis-Tarif nicht durch die Pflicht, sondern durch die drei erlaubten Kontakte.
Die klare Grenze: easybill ersetzt keine Buchhaltung. Wer EÜR und Umsatzsteuervoranmeldung aus einem Tool erledigen möchte, ist mit einem Allrounder wie Lexware Office besser bedient. Für seine Kernaufgabe ist easybill aber eine ausgezeichnete Wahl.